Evangelium
Das Evangelium nach Lukas.
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner
Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt
hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde
geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlaß
uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe
uns nicht in Versuchung. Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund
hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer
meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts
anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Laß mich in Ruhe, die Tür
ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen
und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm
seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner
Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch:
Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird
euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft,
dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange
gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr
wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.