Evangelium
Das Evangelium nach Lukas.
Jesus sagte zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen
beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen
und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine
Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der
Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer
Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun
muß, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter
abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich
kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er
antwortete: Hundert Faß Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich
gleich hin, und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du
schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen
Schuldschein, und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen
Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen
klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des
ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet,
wenn es (mit euch) zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist
es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch
bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht
zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn
ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch
dann euer (wahres) Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird
entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten
und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.