Erste Lesung
Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen;
sprecht zu ihnen:
Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und
sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.
Zweite Lesung
Schwestern und Brüder! Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer
Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und
damit wir die Sohnschaft erlangen.
Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist,
der ruft: Abba, Vater.
Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe
durch Gott.
Evangelium
In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das
in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind
gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten
erzählt wurde.
Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und
gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den
Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.
Zum Nachdenken
Zu Beginn dieses neuen Jahres bewegen uns vielerlei unterschiedliche Gedanken und Gefühle. Während die
einen voll Zuversicht in die Zukunft blicken können, weil sie auch im vergangenen Jahr viel Gutes in ihrem
Leben erfahren durften, herrscht bei anderen vielleicht Unsicherheit oder sogar Angst und Trauer vor: wie
mag das eine oder andere weitergehen, sich entwickeln? Es ist gut, dass uns heute Maria, die Fürsprecherin
und Helferin schlechthin, im Evangelium begegnet. Ihr Umgang mit Vergangenheit und Zukunft, wie er sich
in der heutigen Bibelstelle abzeichnet, kann uns Hilfe und Vorbild in unserem Leben sein.
Maria blickte zurück auf eine Mischung aus sehr vielschichtigen Erfahrungen. Nach all der Unruhe rund um
Schwangerschaft und Geburt hoffte sie vielleicht auf ruhigere, unkompliziertere Zeiten. Gleichzeitig mag sie
aber geahnt haben, dass ihr die volle Bedeutung und der Sinn von vielem, was ihr widerfahren war, noch
verschlossen blieb. Marias Umgang mit all diesen Unsicherheiten kann auch uns Impuls für den Umgang mit
dem Unverständlichen in unserem Leben sein – sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Im Herzen bewahren heißt nicht, etwas im Herzen zu vergraben und zu vergessen. Im Herzen bewahren heißt,
etwas, das ich noch nicht verstehe, trotzdem wachzuhalten und immer wieder zu bedenken. Es bedeutet, mich
offenzuhalten, für das, was noch auf mich zukommt, sei es Freude oder Schmerz, im Vertrauen darauf, dass
sich darin eine für mich wichtige Botschaft verbirgt. Es bedeutet, Gefühle zuzulassen ohne kopflos zu werden,
mich berühren zu lassen von dem, was mir im Leben widerfährt, damit umzugehen wie mit einem kostbaren
Schatz.
Es ist gut, diese Vielschichtigkeit unseres Lebens, die uns an einem Tag wie dem heutigen besonders ins
Bewusstsein tritt, unter den wunderschönen aaronitischen Segen zu stellen, mit dem uns heute die erste
Lesung beschenkt, und der uns Gottes Beistand und Schutz verheißt, egal wohin und auf welche Weise das
Leben uns weiterführt.
man sagt ob wir neu anfangen zu sprechen
heute sei neujahr... ob wir neu anfangen zu leben...
aber so einfach ist es nicht was heißt neujahr...
ob ein jahr neu wird von selbst wird da nichts neues
liegt nicht am kalender wenn wir alles tun was wir können
nicht an der uhr dann – ja dann
ob ein jahr neu wird dürfen wir hoffen
liegt an uns dass auch in diesem jahr
ob wir es neu machen das wunder passiert
ob wir neu anfangen zu denken das wunderbare auf das wir alle hoffen...
(W. Willms)