Freitag, 18 de April de 2025

Karfreitag

Ciclo C

Erste Lesung

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben. Viele haben sich

über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war

nicht mehr die eines Menschen. Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige

müssen vor ihm verstummen. Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie

nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.

Wer hat unserer Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar? Vor

seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem

Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen mochten. Er

sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den

Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer,

vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.

Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir

meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde

durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem

Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.

Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr

lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er

tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein

Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er

wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines

Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den

Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches

Wort in seinem Mund war. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen

Knecht, er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen

sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen. Nachdem er so

vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der

gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.

Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er

die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen

ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.

Zweite Lesung

Brüder und Schwestern! Da wir einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel

durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.

Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer

Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber

nicht gesündigt hat. Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade,

damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.

Als Christus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und

Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus

seiner Angst befreit worden. Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den

Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der

Urheber des ewigen Heils geworden.

Evangelium

Die Verhaftung Jesus ging mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches

Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein. Auch Judas, der

Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern

zusammengekommen war. Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der

Hohenpriester und der Pharisäer, und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und

Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte

sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin

es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!,

wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr?

Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin.

Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese

gehen! So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen

verloren, die du mir gegeben hast. Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte,

zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab;

der Diener hieß Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide!

Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat – soll ich ihn nicht trinken?

Das Verhör vor Hannas und die Verleugnung durch Petrus

Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest,

fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des

Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. Kajaphas aber war es, der den Juden

den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt.

Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem

Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes.

Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des

Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein. Da sagte

die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?

Er antwortete: Nein. Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer

angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus

stand bei ihnen und wärmte sich.

Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus

antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der

Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich

im geheimen gesprochen. Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört

haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe. Auf diese

Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und

sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester? Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht

war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst

du mich? Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas.

Simon Petrus aber stand am Feuer und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch

du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein. Einer von den Dienern des

Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte:

Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? Wieder leugnete Petrus, und gleich

darauf krähte ein Hahn.

Das Verhör und die Verurteilung durch Pilatus

Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst

gingen nicht in das Gebäude hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das

Paschalamm essen zu können. Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte:

Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen? Sie antworteten ihm: Wenn er

kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. Pilatus sagte zu ihnen:

Nehmt ihr ihn doch, und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden antworteten ihm:

Uns ist es nicht gestattet, jemand hinzurichten. So sollte sich das Wort Jesu erfüllen,

mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde. Pilatus ging wieder in

das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden?

Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?

Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester

haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum

ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute

kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht

von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst

es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich

für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine

Stimme. Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit?

Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen:

Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. Ihr seid gewohnt, dass ich euch am

Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der

Juden freilasse? Da schrieen sie wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas

aber war ein Straßenräuber.

Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln. Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den

setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Sie stellten sich vor

ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.

Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr

sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen. Jesus kam heraus; er trug

die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der

Mensch! Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrieen sie: Ans Kreuz mit

ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn, und kreuzigt ihn! Denn

ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein

Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes

ausgegeben hat.

Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher. Er ging wieder in das Prätorium

hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da

sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe,

dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen? Jesus antwortete: Du hättest keine

Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere

Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat. Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen,

aber die Juden schrieen: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder,

der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf. Auf diese Worte hin ließ

Pilatus Jesus herausführen, und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der

Lithostrotos, auf hebräisch Gabbata, heißt. Es war am Rüsttag des Paschafestes,

ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König! Sie

aber schrieen: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König

soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer

dem Kaiser. Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.

Die Hinrichtung Jesu

Sie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur so genannten

Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm

zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch ein Schild

anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der

König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt

wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch

abgefasst. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der

Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete:

Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider

und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein

Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten

zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll.

So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und

warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus. Bei dem Kreuz Jesu

standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und

Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte,

sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe,

deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift

erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit

Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig

genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen

Geist auf.

Die Bestattung des Leichnams

Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten,

baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre

Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die

Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm

gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war,

zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in

seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat,

hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet,

damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte:

Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie

werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich.

Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also

kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus

bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloë, etwa

hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit

Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen

Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in

dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen

des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

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