Erste Lesung
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie
sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das
Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. Gott schuf also den
Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er
sie.
Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch,
bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über
die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. Dann sprach
Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen,
und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde
regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So
geschah es.
Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.
Zweite Lesung
In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er
antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du
liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich
dir nenne, als Brandopfer dar.
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, streckte Abraham seine Hand
aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des
Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Jener
sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tue ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht
vorenthalten. Als Abraham aufschaute, sah er: ein Widder hatte sich hinter ihm mit
seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und
brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu und sprach:
Ich habe bei mir geschworen – Spruch des Herrn: Weil du das getan hast und deinen
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einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und
deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am
Meeresstrand. Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen. Segnen
sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme
gehört hast.
DRITTE LESUNG Exodus 14,15 – 15,1
In jenen Tagen, als die Israeliten sahen, dass die Ägypter ihnen nachrückten,
erschraken sie sehr und schrieen zum Herrn. Da sprach der Herr zu Mose: Was
schreist du zu mir? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen. Und du heb deinen Stab
hoch, streck deine Hand über das Meer und spalte es, damit die Israeliten auf
trockenem Boden in das Meer hineinziehen können. Ich aber will das Herz der
Ägypter verhärten, damit sie hinter ihnen hineinziehen. So will ich am Pharao und
seiner ganzen Streitmacht, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit
erweisen. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich am Pharao, an
seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit erweise.
Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, erhob sich und ging an das Ende
des Zuges, und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat an das Ende. Sie kam
zwischen das Lager der Ägypter und das Lager der Israeliten. Die Wolke war da und
Finsternis, und Blitze erhellten die Nacht. So kamen sie die ganze Nacht einander
nicht näher.
Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr trieb die ganze Nacht das
Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das Meer austrocknen, und das Wasser
spaltete sich. Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein, während
rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand. Die Ägypter setzten
ihnen nach; alle Pferde des Pharao, seine Streitwagen und Reiter zogen hinter ihnen
ins Meer hinein.
Um die Zeit der Morgenwache blickte der Herr aus der Feuer- und Wolkensäule auf
das Lager der Ägypter und brachte es in Verwirrung. Er hemmte die Räder an ihren
Wagen und ließ sie nur schwer vorankommen. Da sagte der Ägypter: Ich muss vor
Israel fliehen, denn Jahwe kämpft an ihrer Seite gegen Ägypten. Darauf sprach der
Herr zu Mose: Streck deine Hand über das Meer, damit das Wasser zurückflutet und
den Ägypter, seine Wagen und Reiter zudeckt. Mose streckte seine Hand über das
Meer, und gegen Morgen flutete das Meer an seinen alten Platz zurück, während die
Ägypter auf der Flucht ihm entgegenliefen. So trieb der Herr die Ägypter mitten ins
Meer. Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze
Streitmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer nachgezogen war. Nicht ein
einziger von ihnen blieb übrig. Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten
durch das Meer gezogen, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine
Mauer stand.
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So rettete der Herr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Israel sah die
Ägypter tot am Strand liegen. Als Israel sah, dass der Herr mit mächtiger Hand an den
Ägyptern gehandelt hatte, fürchtete das Volk den Herrn. Sie glaubten an den Herrn
und an Mose, seinen Knecht.
Damals sang Mose mit den Israeliten dem Herrn dieses Lied; sie sagten: Ich singe dem
Herrn ein Lied, denn er ist hoch und erhaben. Rosse und Wagen warf er ins Meer.
VIERTE LESUNG Jesaja 54,5-14
Jerusalem, dein Schöpfer ist dein Gemahl, "Herr der Heere" ist sein Name. Der Heilige
Israels ist dein Erlöser, "Gott der ganzen Erde" wird er genannt. Ja, der Herr hat dich
gerufen als verlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen, die man
in der Jugend geliebt hat?, spricht dein Gott. Nur für eine kleine Weile habe ich dich
verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. Einen Augenblick nur
verbarg ich vor dir mein Gesicht in aufwallendem Zorn; aber mit ewiger Huld habe ich
Erbarmen mit dir, spricht dein Erlöser, der Herr.
Wie in den Tagen Noachs soll es für mich sein: So wie ich damals schwor, dass die
Flut Noachs die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt, dir nie
mehr zu zürnen und dich nie mehr zu schelten. Auch wenn die Berge von ihrem Platz
weichen und die Hügel zu wanken beginnen – meine Huld wird nie von dir weichen
und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit
dir.
Du Ärmste, vom Sturm Gepeitschte, die ohne Trost ist, sieh her: Ich selbst lege dir ein
Fundament aus Malachit und Grundmauern aus Saphir. Aus Rubinen mache ich deine
Zinnen, aus Beryll deine Tore und alle deine Mauern aus kostbaren Steinen. Alle deine
Söhne werden Jünger des Herrn sein, und groß ist der Friede deiner Söhne. Du wirst
auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du bist fern von Bedrängnis, denn du brauchst dich
nicht mehr zu fürchten, und bist fern von Schrecken; er kommt an dich nicht heran.
FÜNFTE LESUNG Jesaja 55,1-11
So spricht der Herr: Auf, ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Auch wer kein Geld hat,
soll kommen. Kauft Getreide, und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und
Milch ohne Bezahlung! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit
dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr
das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen. Neigt euer Ohr mir zu, und
kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch
schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies. Seht her: Ich habe ihn
zum Zeugen für die Völker gemacht, zum Fürsten und Gebieter der Nationen. Völker,
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die du nicht kennst, wirst du rufen; Völker, die dich nicht kennen, eilen zu dir, um des
Herrn, deines Gottes, des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Der
Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herrn,
damit er Erbarmen hat mit ihm, und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege –
Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine
Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt,
sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann
Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund
verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht
all das, wozu ich es ausgesandt habe.
SECHSTE LESUNG Baruch 3,9-15.32 – 4,4
Höre, Israel, die Gebote des Lebens; merkt auf, um Einsicht zu erlangen. Warum,
Israel, warum lebst du im Gebiet der Feinde, siechst dahin in einem fremden Land, bist
unrein geworden, den Toten gleich, wurdest zu den Abgeschiedenen gezählt? Du hast
den Quell der Weisheit verlassen. Wärest du auf Gottes Weg gegangen, du wohntest in
Frieden für immer. Nun lerne, wo die Einsicht ist, wo Kraft und wo Klugheit, dann
erkennst du zugleich, wo langes Leben und Lebensglück, wo Licht für die Augen und
Frieden zu finden sind.
Wer hat je den Ort der Weisheit gefunden? Wer ist je zu ihren Schatzkammern
vorgedrungen? Doch der Allwissende kennt sie; er hat sie in seiner Einsicht entdeckt.
Er hat ja die Erde für immer gegründet, er hat sie mit Tieren bevölkert. Er entsendet
das Licht, und es eilt dahin; er ruft es zurück, und zitternd gehorcht es ihm. Froh
leuchten die Sterne auf ihren Posten. Ruft er sie, so antworten sie: Hier sind wir. Sie
leuchten mit Freude für ihren Schöpfer. Das ist unser Gott; kein anderer gilt neben
ihm. Er hat den Weg der Weisheit ganz erkundet und hat sie Jakob, seinem Diener,
verliehen, Israel, seinem Liebling. Dann erschien sie auf der Erde und hielt sich unter
den Menschen auf.
Sie ist das Buch der Gebote Gottes, das Gesetz, das ewig besteht. Alle, die an ihr
festhalten, finden das Leben; doch alle, die sie verlassen, verfallen dem Tod. Kehr um,
Jakob, ergreif sie! Geh deinen Weg im Glanz ihres Lichtes! Überlass deinen Ruhm
keinem andern, dein Vorrecht keinem fremden Volk! Glücklich sind wir, das Volk
Israel; denn wir wissen, was Gott gefällt.
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SIEBTE LESUNG Ezechiel 36,16-17a.18-28
Das Wort des Herrn erging an mich: Hör zu, Menschensohn! Als Israel in seinem
Land wohnte, machten sie das Land durch ihr Verhalten und ihre Taten unrein. Da
goss ich meinen Zorn über sie aus, weil sie Blut vergossen im Land und das Land mit
ihren Götzen befleckten. Ich zerstreute sie unter die Völker; in alle Länder wurden sie
vertrieben. Nach ihrem Verhalten und nach ihren Taten habe ich sie gerichtet. Als sie
aber zu den Völkern kamen, entweihten sie überall, wohin sie kamen, meinen heiligen
Namen; denn man sagte von ihnen: Das ist das Volk Jahwes, und doch mussten sie
sein Land verlassen. Da tat mir mein heiliger Name leid, den das Haus Israel bei den
Völkern entweihte, wohin es auch kam.
Darum sag zum Haus Israel: So spricht Gott, der Herr: Nicht euretwegen handle ich,
Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr bei den Völkern
entweiht habt, wohin ihr auch gekommen seid. Meinen großen, bei den Völkern
entweihten Namen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt, werde ich wieder
heiligen. Und die Völker – Spruch Gottes, des Herrn – werden erkennen, dass ich der
Herr bin, wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise. Ich hole euch
heraus aus den Völkern, ich sammle euch aus allen Ländern und bringe euch in euer
Land. Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch
von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das
Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen
Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote
achtet und sie erfüllt. Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab.
Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.
EPISTEL Römer 6,3-11
Brüder und Schwestern! Wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf
seinen Tod getauft worden. Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den
Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt
wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.
Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm
auch in seiner Auferstehung vereinigt sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch
wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und
wir nicht Sklaven der Sünde bleiben. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von
der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm
leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt;
der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal
gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als
Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
VIGILIA PASCUAL
Evangelium
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie
zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab.
Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den
Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.
Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu
ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu
ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist
auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:
Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am
dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom
Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern.
Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die
übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel
hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht.
Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die
Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was
geschehen war.