Donnerstag, 25 de Dezember de 2025

Weihnachtstag

Ciclo A

Erste Lesung

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens

wohnten, strahlte ein Licht auf. Du mehrtest die Nation, schenktest ihr große Freude. Man freute sich

vor deinem Angesicht, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.

Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter, den Stock seines Antreibers zerbrachst

du wie am Tag von Midian. Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, im Blut gewälzt,

wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.

Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine

Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit,

Fürst des Friedens. Die große Herrschaft und der Frieden sind ohne Ende auf dem Thron Davids und

in seinem Königreich, um es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, von jetzt an

bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird das vollbringen.

Zweite Lesung

Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.

Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und

besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer

Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus

Jesus.

Er hat sich für uns hingegeben, damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöse und für sich ein

auserlesenes Volk schaffe, das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Evangelium

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in

Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von

Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.

So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die

Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen

mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren

Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der

Herberge kein Platz für sie war.

In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.

Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie

fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch

eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:

Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer

Krippe liegt.

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei

Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

Zum Nachdenken

Mitten in der Nacht, während alles in tiefem Schlaf liegt, wird am Rande der Gesellschaft einer

minderbemittelten Arbeiterfamilie ein Kind geboren. Eine alltäglich sich wiederholende Geschichte. Und doch

bewegt diese eine, gute 2000 Jahre alte, Jahr für Jahr erneut die ganze Welt. Was ist es, das daran noch

heute das Herz des Menschen berührt?

In die Sehnsucht nach Erfüllung meines menschlichen Grundbedürfnisses nach Angenommensein und

Wertschätzung, mit all dem, was mich als Person ausmacht, mit meinen Grenzen und meiner Schuld, ohne

dass vorab eine Leistung erbracht werden muss, in die Erfahrung, dass diese Sehnsucht nie ganz erfüllt

werden kann und wird, in die Erfahrung von vielfacher Begrenztheit und teilweise auch von Schuld – in diese

Sehnsucht und Erfahrung hinein wird Gott Mensch. Nicht von oben schaut er herab auf unsere Wünsche,

Ängste und Gebrochenheiten, nicht auf das Äußere, sondern mit dem den Kindern eigenen, wertfreien, nicht

verurteilenden aber vertrauenden und vertrauensvollen Blick in unser Herz.

Das Kind liegt – in Windeln gewickelt – in einer Krippe. Mehr als im Großen und Außergewöhnlichen ist Gott

im Kleinen und Unscheinbaren, Alltäglichen und Selbstverständlichen gegenwärtig: im liebevollen Lächeln, in

zärtlichen Gesten, im guten Wort, aber auch und gerade dort, wo Schmerz erduldet wird, Tränen geweint und

harte Lebensprüfungen durchlitten werden… – Tag für Tag in unserem Leben, in jedem Menschen, im kleinen

und großen, im armen und reichen, im starken und schwachen… Gott ist “Immanuel” = “Gott mit uns”.

Deshalb können wir Gottes Mensch-Werdung auch tief in unserem Herzen feiern, wenn uns möglicherweise

nicht so recht nach Feiern zumute ist, weil unser Leben gerade leidvoll ist, weil Verletzungen uns plagen und

tiefe Sehnsüchte offen bleiben müssen. Denn diesem Gott im Kind können wir uns ohne Angst öffnen. Vor

ihm dürfen wir uns so zeigen, wie wir wirklich sind, “nackt und bloß”, Scham und Sünde zugeben, Trauer

leben, Angst ablegen, neu Vertrauen schöpfen. Denn dieser Gott im Kind sieht mich an wie ein Kind – nicht

bloßstellend, mich trotz meiner und mit meinen Sünden liebend. Bei ihm kann die Flucht vor mir selbst ein

Ende finden. Möge uns diese Frohbotschaft des kindgewordenen Gottes hinübergeleiten in ein gutes neues

Jahr mit Ihm.

DEUTSCH

Weihnachten –

Am Tag A – B – C

Im Anfang war das Wort

und das Wort war bei Gott

und das Wort war Gott. (Joh 1,1)

Erste Lesung

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden

ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, der zu Zion sagt: Dein

Gott ist König.

Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie

sehen mit eigenen Augen, wie der HERR nach Zion zurückkehrt.

Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der HERR hat

sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst. Der HERR hat seinen heiligen Arm vor den

Augen aller Nationen entblößt und alle Enden der Erde werden das Heil unseres

Gottes sehen.

Zweite Lesung

Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die

Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er

zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der

Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein

machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur

Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist umso viel erhabener geworden als

die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.

Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute

gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein und er wird für mich Sohn sein?

Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel

Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

Evangelium

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war

im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was

geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und

das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt

und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein

Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an

seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches,

nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine

Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und

Wahrheit.

Zum Nachdenken

Gott ist gekommen. Er ist da. Und darum ist alles anders, als wir meinen. Die Zeit ist aus dem ewigen

Weiterfließen verwandelt in ein Geschehen, das mit lautloser, eindeutiger Zielstrebigkeit auf ein ganz

bestimmtes Ende hinführt, darin wir und die Welt vor dem entschleierten Antlitz Gottes stehen

werden. Wenn wir sagen: es ist Weihnacht, dann sagen wir: Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein

schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr

rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist.

Und dieses Wort heißt: ich liebe dich, du Welt und du Mensch. Das ist ein ganz unerwartetes, ein

ganz unwahrscheinliches Wort. Denn wie kann man dieses Wort sagen, wenn man den Menschen

und die Welt und beider grauenvolle und leere Abgründe kennt. Gott aber kennt sie besser als wir.

Und er hat dieses Wort doch gesagt, indem er selbst als Kreatur geboren wurde. Dieses

fleischgewordene Wort der Liebe sagt, daß es eine Gemeinschaft Aug in Aug, Herz zu Herz zwischen

dem ewigen Gott und uns geben soll, ja daß sie schon da ist (wir können uns höchstens noch wehren

gegen den Kuß der Liebe, der schon auf unserem Munde brennt). Dieses Wort hat Gott in der Geburt

seines Sohnes gesagt. Und jetzt ist nur mehr eine kleine Weile eine lautlose Stille in der Welt, und

aller Lärm, den man stolz die Weltgeschichte oder das eigene Leben nennt, ist nur die List der ewigen

Liebe, die eine freie Antwort des Menschen ermöglichen will auf ihr letztes Wort. Und in diesem

langen kurzen Augenblick des Schweigens Gottes … soll der Mensch in dieser Welt noch einmal zu

Wort kommen, und er soll … Gott, der als Mensch in schweigendem Warten neben ihm steht, sagen,

ich – nein, er soll ihm nichts sagen, sondern schweigend sich der Liebe Gottes ergeben, die da ist, weil

der Sohn geboren ist. (Aus: Karl Rahner SJ, Kleines Kirchenjahr, München 1954)

Weihnachten –

Am Tag A – B – C

Im Anfang war das Wort

und das Wort war bei Gott

und das Wort war Gott. (Joh 1,1)

Erste Lesung

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der

eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.

Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit

eigenen Augen, wie der HERR nach Zion zurückkehrt.

Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der HERR hat sein Volk

getröstet, er hat Jerusalem erlöst. Der HERR hat seinen heiligen Arm vor den Augen aller

Nationen entblößt und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen.

Zweite Lesung

Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;

am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem

eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und

das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von

den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist umso viel

erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.

Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt,

und weiter: Ich will für ihn Vater sein und er wird für mich Sohn sein?

Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen

sich vor ihm niederwerfen.

Evangelium

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im

Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.

In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der

Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis

abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das

Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen

erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die

Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen

Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem

Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit

geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Johannes legte Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach

mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade

über Gnade.

Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus

Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht,

er hat Kunde gebracht.

Zum Nachdenken

Gott ist gekommen. Er ist da. Und darum ist alles anders, als wir meinen. Die Zeit ist aus dem ewigen

Weiterfließen verwandelt in ein Geschehen, das mit lautloser, eindeutiger Zielstrebigkeit auf ein ganz

bestimmtes Ende hinführt, darin wir und die Welt vor dem entschleierten Antlitz Gottes stehen werden.

Wenn wir sagen: es ist Weihnacht, dann sagen wir: Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort

im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht

werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist. Und dieses Wort heißt: ich

liebe dich, du Welt und du Mensch. Das ist ein ganz unerwartetes, ein ganz unwahrscheinliches Wort.

Denn wie kann man dieses Wort sagen, wenn man den Menschen und die Welt und beider grauenvolle

und leere Abgründe kennt. Gott aber kennt sie besser als wir. Und er hat dieses Wort doch gesagt, indem

er selbst als Kreatur geboren wurde. Dieses fleischgewordene Wort der Liebe sagt, daß es eine

Gemeinschaft Aug in Aug, Herz zu Herz zwischen dem ewigen Gott und uns geben soll, ja daß sie schon

da ist (wir können uns höchstens noch wehren gegen den Kuß der Liebe, der schon auf unserem Munde

brennt). Dieses Wort hat Gott in der Geburt seines Sohnes gesagt. Und jetzt ist nur mehr eine kleine Weile

eine lautlose Stille in der Welt, und aller Lärm, den man stolz die Weltgeschichte oder das eigene Leben

nennt, ist nur die List der ewigen Liebe, die eine freie Antwort des Menschen ermöglichen will auf ihr

letztes Wort. Und in diesem langen kurzen Augenblick des Schweigens Gottes … soll der Mensch in dieser

Welt noch einmal zu Wort kommen, und er soll … Gott, der als Mensch in schweigendem Warten neben

ihm steht, sagen, ich – nein, er soll ihm nichts sagen, sondern schweigend sich der Liebe Gottes ergeben,

die da ist, weil der Sohn geboren ist.

(Aus: Karl Rahner SJ, Kleines Kirchenjahr, München 1954)

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